The Neckel family

Unsere Familiengeschichte
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News

Ich möchte mich bei Ulla und Dieter Neckel aus Südafrika für die Bereitstellung der fünfbändigen Familiengeschichte recht herzlich bedanken. 11.02.2015                

 

Sparow (Kreis Waren) – ein Dorf mit 19 Einwohnern und ohne Kinder

Bullen weg, Mist noch da

Von Nordkurier-Reporter Thomas Beigang

 

Helga Behrens wiegt sich fast ein wenig in den Hüften, als sie erzählt:

 

“In den 60er Jahren, da war das hier in Sparow am besten. Mit der LPG ging´s noch bergauf, und das Leben machte Spaß im Dorf.” Die Bäuerin muß es wissen, ist sie doch seit ihrer Geburt hier zu Hause. 1935 erblickte Helga Behrens unter dem Dach ihres Hauses das Licht der Welt. “Und wer weiß, wie viele vor ihr”, sagt das Familienoberhaupt Hans-Joachim Behrens und schlägt mit der Faust an die 80 Zentimeter dicken Mauern aus Felsgestein. “Hier hat man für Jahrhunderte gebaut.”

 

Der Endfünfziger kümmert sich nur noch um das eigene Vieh, Schweine und Hühner. “Eigentlich lohnt es auch nicht mehr. Ist nur noch für den Eigengebrauch.” 30 Jahre hat er für die LPG auf dem Trecker gesessen, danach war er im Bullenstall. Jetzt ist Jochen Behrens Vorruheständler. Das wäre Frau Helga auch gern. “Aber ich bekomme keinen Pfennig vom Arbeitsamt. Weil ich die letzten drei Jahre zu Hause bleiben mußte, unsere Oma pflegen. Über 30 Jahre bin ich jeden Morgen um halb drei aufgestanden und in den stall gegangen. So sieht nun der Dank aus.” Oma Behrens sitzt am Fenster und schüttelt mit dem Kopf. Sie hört sehr schwer und sieht kaum noch etwas. Mit ihren 85 Jahren ist Oma Behrens die Älteste in Sparow. 1927 ist sie rübergekommen, aus Damerow, bei Jabel.

 

Ihrem Schwiegersohn läßt das mit dem Vieh immer noch keine Ruhe. “Für einen Schleuderpreis hat die LPG das verhökert. 25 Mark für ein Schaf, eine Mark fünfzig für ein Kilo Lebendgewicht Bullen. Dat is man Schiet, verflixt. Und der Viehhändler aus Flensburg hat sich dumm und dämlich verdient”, ist er wütend. Zehn Hektar und und vier Hände haben die Behrens-Bauern damals in die LPG gebracht. Eine gute Zeit war das, sagt er. Sparow war noch selbständige Gemeinde und kein Ortsteil von Nossentiner Hütte, und die LPG war auch noch eigen. Es war was los hier. “Sogar Theater haben wir gespielt”, schwärmt seine Frau, “und wenn Tanz war, blieb hier keiner zu Hause. Dann kam sogar der Wirt aus Hütte mit seinem Bierwagen. Früher hatte Sparow ja auch viel mehr Einwohner. 25 Jugendliche waren wir mal, die meisten Umsiedlerkinder, deren Eltern hier Land bekamen.”

 

Beinahe, glauben die Behrens noch zu wissen, hätte nach ´45 auch der Gutsbesitzer von Sparow eine Siedlung erhalten. “Doch sein Kutscher hat immer mit den Russen gesoffen und ihn angeschwärzt. Da haben die ihn weggejagt. In der Fremde, in Heiligendamm, ist er 1955 gestorben.” Ein guter Mann sei der Herr Nekel gewesen, erinnert sich Helga Behrens. “Wer zu dem gekommen ist und Heil Hitler sagte, hat gar nichts gekriegt. Aber wer ihm die Tageszeit bot, konnte ihn um alles bitten.”

 

Dorfaufwärts, etwas näher am Gutshaus, wohnt Norbert Erhard, der eigentlich im nächsten Jahr erst Rentner wird, aber es jetzt schon ist. Den Harzer hat die Montage in diese Gegend verschlagen. “Ist das nicht wunderschön hier?”, fragt der Wassersportler und Angler, der jetzt wieder freie Sicht hat, nachdem eine ABM-Truppe das riesige Bennesselfeld gegenüber gerodet hat.

 

“Und jetzt stinkt es auch nicht mehr so im Dorf.” 1977 hat Norbert Erhard hier ein Grundstück gepachtet und aus der Ruine wieder ein Haus gemacht, das er 1984 kaufte. Im Mai des vergangenen Jahres erwarb er das Land dazu. “Und wissen Sie was: Bis heute ist das in Waren nicht im Grundbuch eingetragen.” Norbert Erhard hat Angst. Im Schuppen steht ein Faß angebrochener Farbe. Eigentlich wollte er sein Haus weißen.

 

Aber schon am Giebel hat er aufgehört. “Nachher sieht das so gut aus, daß es noch jemandem gefällt, der es dann haben will.” Eine Stinkwut hat der Zugezogene auf die Wendepolitiker der DDR. “Wer im guten Glauben Eigentum erworben hat, haben die gesagt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Ich mach mir aber welche!”

 

Das Nekelsche Gutshaus, das seit Jahrzehnten verfiel, beherbergte den Dorfkonsum, der inzwischen dicht machte, und ein knappes Dutzend Urlauberwohnungen, deren Mieter elf Monate des Jahres in Sachsen oder Thüringen wohnten. Aber ihre Tage im Gutshaus sind gezählt. Ein Magdeburger Lehrerehepaar ist auf das Haus samt Nebengelaß scharf. Eine Reitpension soll her. Die Gemeinde in Nossentiner Hütte hat dem bereits zugestimmt. Dafür erhalten alle Gutshausmieter Land zum Bungalowbau.

 

“Aber”, sagt der Leiter der Verwaltung Malchow-Land, Dieter Kurth, skeptisch, “man ist geneigt zu glauben, die Magdeburger übernehmen sich. Noch hat die Bank wohl auch dem gewünschten Kredit von fünf Millionen nicht zugestimmt.” Obwohl – eine gute Sache wäre es für Sparow. Sanfter Tourismus, der Arbeitsplätze schafft und anziehend wirken könnte. Immerhin ist die Autobahn nur ein paar Steinwürfe entfernt. Dieter Kurth hat aber vorgebaut: Wenn ein Jahr nach dem Kauf mit dem Umbau nicht begonnen wird, erhält die Gemeinde alles zum gleichen Preis zurück. Die cleveren Land-Malchower ließen außerdem das Sparower Herrenhaus noch flugs auf die Liste der denkmalgeschützten Objekte im Kreis Waren setzen. “So”, sagt Dieter Kurth, der außerdem noch ehrenamtlicher Bürgermeister von Nossentiner Hütte ist, ” haben wir die Gewähr, das Haus darf nicht abgerissen werden, und außerdem können bei der Herrichtung noch Fördermittel locker gemacht werden.”

 

Sparow soll, so die Damen und Herren der Legislative von Malchow-Land, bald keinen verschlafenen Eindruck mehr machen. Denn, selbst wenn die unerfahrenen Magdeburger die Flinte ins Sparower Korn werfen, steht ein Nachfolger, der mal ein Vorgänger war, schon Gewehr bei Fuß. “Gerade heute hat Herr Nekel junior sich wieder bei mir gemeldet. Er will dann unbedingt etwas daraus machen. Und wenn das der Gemeinde gefällt, soll er es haben. In Sparow muß sich auch was tun. Vieles stinkt da zum Himmel. Die LPG befindet sich in Liquidation, ihre Altlasten sind aber noch da. Bisher haben wir vergebens versucht, deren Leute mit der Nase darauf zu stoßen.”

 

Das Bemühen ist da: Sparow, gelegen mitten im Naturschutzpark “Nossentiner und Schwenziner Heide”, anm klaren Drewitzer “Honecker”-See, soll nicht sterben.

 

Denn eine kollektive Begräbnisstätte ist genug, auch wenn die schon 4000 Jahre alt ist: Das berühmte Großsteingrab aus der Jungsteinzeit.

 

(Zeitungsartikel aus der Nachwendezeit, Zeitung u. Datum des Berichtes leider unbekannt)

 

Der Gutshof in Sparow nach der Wende (Eigene Aufnahme)

Sparow in Bildern


Neuerungen:   

  1. Ergänzung des Stammbaumes - 20.01.2016
  2. Ergänzung Dieter Neckel - 08.07.2015
  3. Einfügung der Ehefrauen in den Stammbaum - 28.03.15
  4. Menuunterpunkte vollständig erneuert - 23.03.15

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Bitte um Ergänzungen: 

Wer Fehler oder Unvollständigkeiten bezüglich der Texte und vor allem des Stammbaumes findet, möge dies mir mitteilen, damit ich Änderungen bzw. Ergänzungen vornehmen kann.