The Neckel family

Unsere Familiengeschichte
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News

Ich möchte mich bei Ulla und Dieter Neckel aus Südafrika für die Bereitstellung der fünfbändigen Familiengeschichte recht herzlich bedanken. 11.02.2015                

 

Heinrich Neckel:

 

Nachdem wir uns in den vorangegangenen Abschnitten mit Jacob Neckel, Testorf, und seinen Nachkommen beschäftigt haben, wollen wir uns jetzt dem jüngeren Sohn des Hofjägers, Friedrich, dem späteren Pächter von Plüschow, zuwenden und im Anschluß an dessen Lebensbeschreibung diejenigen seiner Nachkommen bringen.

Friedrich, der sich in der ersten Urkunde, die wir von ihm besitzen, Jochim nennt und selber von sich schreibt, daß er ein Sohn des Hofjägers sei, wurde, wie alle seine Geschwister, in Schwerin geboren und am 3.7.1770 in der Schloßkirche daselbst auf die Namen "Johann Joachim Dethloff" getauft. Vorausgesetzt, daß die Eintragung des Namens"Friedrich" nicht versehentlich im Kirchenbuch unterblieben ist, müssen wir annehmen, daß Friedrichs Rufname an sich "Jochim" war.

"Warum er seinen Namen vertauschte oder änderte und schon die nächste Urkunde mit F. Neckel unterzeichnete, können wir nicht erklären. Das dritte uns vorliegende Gesuch an den Herzog unterschrieb er mit beiden Namen, nämlich mit "Fr. Joch. Neckel". Alle folgenden Briefe sind dann einheitlich mit Friedrich bzw. mit F. oder Fr. unterzeichnet.

Nach seiner Sterbeeintragung am 19.9.1821 im Kirchenbuch von Friedrichshagen war Friedrich zur Zeit seines Todes 51 Jahre alt. Mithin kann er nur im Jahre 1770 geboren sein.

Daß es sich in den mit "Jochim" bezw. "Friedrich" und auch "Fr. Joch." unterzeichneter. Schriftstücken um ein- und denselben Sohn des Hofjägers wie auch um den späteren Pächter von Plüschow handelt, unterliegt keinem Zweifel und geht auch aus den nachfolgenden Ausführungen hervor.

Der Vollständigkeit halber möchte ich aber doch nicht unterlassen, auf die Plüschower Volkszählungsliste aus dem Jahre 1819 hinzuweisen, nach der der Pächter von Plüschow "Johann Friedrich Joachim Neckel" am 11.8.1772 in Schwerin geboren sein soll. Es ist allgemein bekannt, daß die Volkszählungslisten sehr ungenau geführt wurden. Sollte diese ausnahmsweise einmal das richtige Geburtsdatum angegeben haben, würden sich folgende Tatsachen ergeben:

1. wäre Friedrichs Taufeintragung im Schloßkirchenbuch gänzlich vergessen worden,

2. wäre er bei Antritt seiner Forstlehre noch nicht 15 Jahre alt gewesen statt etwa 17, wie sein Bruder Jacob zu diesem Zeitpunkt,

3. wäre er als 19-Jähriger schon in den Ehestand getreten

und

4. auch schon im Alter von 19 Jahren vom Herzog als Förster vorgeschlagen worden.

Wir wollen darum die Volkszählungsliste außer acht lassen und voraussetzen, daß Friedrich mit dem am 3.7.1770 in Schwerin getauften Johann Joachim Dethloff Neckel identisch ist, zumal auch die Vornamen "Johann" und "Jochim” zweimal in Kirchenbucheintragungen neben "Friedrich" vorkommen, nämlich in der anläßlich seiner Trauung mit Maria Juliane Darmann und dann bei der Taufeintragung des ältesten Sohnes seines Bruders Jacob, bei dem er Pate stand.

1770 - 1786 – Jugendzeit

Wie Jacob verlebte auch Friedrich die Jahre seiner Kindheit in Schwerin und empfing schon hier die Eindrücke, die seinen späteren Lebensweg maßgeblich mitbestimmen sollten.

Der Vater, der schon seit vielen Jahren Hofjäger war, die elterliche Wohnung, von der wir annehmen, daß sie sich im Jägerhof befand, und schließlich dieser selbst, der mit seinem Leben und Treiben jeden Jungen in seinen Bann ziehen mußte - das alles macht es verständlich, daß Friedrich, dem Beispiel seines Bruders Jacob folgend, auch einmal Jäger werden wollte.

Wie wir wissen, wurde Friedrichs Vater 1778 als Förster nach Kraak versetzt, wo er aber schon im November des folgenden Jahres starb. Der Herzog, Friedrich Franz I., war bereit, die Witwe Maria Dorothea geb. Stange, die nach dem Tode ihres Mannes mit ihren vier Kindern von Kraak nach Schwerin zurückgezogen war und anscheinend ziemlich mittellos dastand, zu unterstützen. Er gewährte den Kindern "freie Schule".

Hierüber wollen wir uns besonders freuen, wurde doch noch 40 Jahre später, um 1830, von 2200 Schweriner Kindern erst die Hälfte im Lesen und Schreiben unterrichtet.

Friedrich konnte also die Domschule besuchen, die zwar in erster Linie für eine gelehrte Erziehung bestimmt war, aber auch solche Schüler aufnahm, die einen praktischen Beruf erlernen wollten.

1787 - 1795 - Jäger und Förster

Nun hören wir wieder von ihm, als er fast 17 Jahre alt war. Am 26.4.1787 richtete er ein Gesuch an den Herzog, worin er ihn bat, ihn bei seinem Anverwandten, dem Oberförster Bärens in Klueß, die Jagd lernen zu lassen. Er schreibt: "Der Hang zum Jagdwesen ist mir von meinem Vater angeerbt, aber leider auch sonst nichts, nicht einmal so viel, als zur Erlernung der Jägerey erforderlich wird".

Am 2.5.1787 entsprach der Herzog seiner Bitte und ließ die Kosten für die Lehrzeit von jährlich 30 Reichstalern an den Oberförster Bärens "aus seiner Chatoulle" anweisen.

So kam Friedrich für 2 Jahre in das Haus seiner Kusine Eleonore Sophia Catharina Stange, die so wie er ein Enkelkind des Gärtners Stange aus Schwerin war und den Oberförster Bärens geheiratet hatte.

In diese Zeit fällt der Tod seiner Mutter. Maria Dorothea Neckel starb am 14.8.1788 in Schwerin.

Der nächsten Urkunde, die uns vorliegt - ein gleichfalls an den Herzog gerichteter Brief vom 8.1.1790 - entnehmen wir, daß Friedrich, der jetzt 19 Jahre alt war und seine Lehrzeit in Klueß beendet hatte, im Begriff stand, mit dem Kammerjunker von Stein nach Sachsen zu reisen. Diesmal bat er den Herzog um die schriftliche Bestätigung seines ihm mündlich gegebenen Versprechens, ihn nach seiner Rückkehr aus Sachsen bei einer frei werdenden Forststelle zu berücksichtigen. Laut Aktenvermerk vom 9.1.1790 erhielt er die erbetene Zusage.

Der Kammerjunker war Gottlob Carl Friedrich Wilhelm Freiherr von Stein. Die Reise ging wahrscheinlich nach Sachsen Gotha, da die Gemahlin des Herzogs, Louise, eine geborene Herzogin zu Sachsen und des Herzogs zu Sachsen Gotha Tochter war. So ist es erklärlich, wenn zu dem dortigen Hof Beziehungen bestanden.

Wir wissen nicht, wie lange der Aufenthalt in "Sachsen" dauerte. Nach seiner Rückkehr muß Friedrich, wie aus dem unten angeführten Schreiben des Herzogs vom 7.6.1792 hervorgeht, dem Förster Penz in Gielow als Adjunkt zugewiesen worden sein, und er mag diesen Posten bis zur Jahreswende 1791/92 innegehabt haben. Wahrscheinlich machte der Tod des Försters Penz seiner Tätigkeit in Gielow zunächst ein Ende.

Am 11.5.1792 bewarb er sich dann um die Forststelle in Schlemmin. In seinem Schreiben verpflichtete er sich, der Witwe des dort verstorbenen Försters Abesser eine jährliche Rente von 30 Talern zu zahlen, ein Umstand, der die damaligen Verhältnisse veranschaulicht und uns vor Augen führt, welche Aufgaben einen jungen Förster erwarteten, wenn er die Stelle seines verstorbenen Vorgängers übernahm.

Dem Schreiben des Herzogs vom 7.6.1792 an das Forstkollegium zufolge sollte jedoch nicht die Försterstelle in Schlemmin, sondern die zu Gielow mit dem Jäger Neckel wieder besetzt werden. Letzterer sollte auch "hierdurch von der ihm abgemuteten Bedingung entfreit sein", da er nun die Forstbedienung erhielt, worauf er adjungiert gewesen sei.

Der Herzog hatte es sicher gut gemeint, wenn er dem angehenden jungen Förster die Zahlung der 30 Taler jährlich ersparen wollte. Dennoch entsprach sein Entschluß nicht dessen Wünschen.

Friedrich war nämlich, noch ehe ihn die Antwort des Forstkollegiums erreichen konnte, in den Ehestand getreten und von diesem Zeitpunkt an aller Geldsorgen enthoben. Am 5.6.1792 hatte er in Zittow Maria Juliana Darmann geheiratet, der er sehr wahrscheinlich seinen von jetzt an einsetzenden Wohlstand zu verdanken hatte.

Maria Juliana Christiana Darmann war am 9.11.1776 in Krien, Kreis Anklam, geboren. Ihre Eltern waren Jochen Friedrich Darmann, Gutspächter zu Krien, und Sophia Margaretha Bartels. Beide waren miteinander verwandt. Ihre gemeinsamen Großeltern waren: der Küchenmeister in Malchow Michel Hartmann und Anna Maria Christopher.

Maria Juliana war 13 Jahre alt, als ihr Vater starb. Ihre Mutter ging nach Ablauf der Trauerjahre mit Georg Ernst Christian Homann, der Pächter der zum Kirchspiel Zittow gehörenden Güter Cambs und Liessow war, die zweite Ehe ein. Ein Jahr darauf wurde Maria Juliana - sie war jetzt 15 Jahre und 7 Monate alt - Friedrichs Frau.

Es hat nun den Anschein, als ob das junge Paar keine allzu große Lust verspürte, nach dem weitab gelegenen Gielow zu ziehen. Wenn Friedrich nicht ausdrücklich im Staatskalender als Förster in Gielow aufgeführt wäre, hätten wir sogar allen Grund zu der Annahme, daß er der Anweisung des Herzogs, nach dem bei Stavenhagen gelegenen Bauerndorf zu gehen, keine Folge geleistet hätte. Länger als bis zu Beginn des Jahres 1793 kann er jedenfalls nicht in Gielow gewesen sein, und es ist fraglich, ob seine Frau ihn überhaupt dorthin begleitet hat.

Gleich nach ihrer Hochzeit finden wir nämlich beide in Warin. Laut dortigem Kirchenbuch stand "Frau Försterin Maria Juliana Neckelsen, hierselbst" am 3.8.1792 bei einem in Warin geborenen Täufling Pate und Friedrich - "Herr Förster Friedrich Neckels, hierselbst" - desgleichen am 9.2.1793.

Auch der älteste Sohn der beiden, Johann, kam am 17.5.1793 in Warin zur Welt.

Nach einer inzwischen erfolgten Unterredung mit dem Herzog hatte dieser sich bewogen gefühlt, dem jungen Ehemann die Anwartschaft auf eine neu einzurichtende Forststelle in Grittel zu versprechen. So ist es zu verstehen, wenn Friedrich am 15.4.1793 anfragt, "wenn das Haus fertig gebaut ist, ich nun mit meiner Familie dahin ziehen darf, somit ich doch mahl in Ruhe mit den Meinigen und in Thätigkeit vor Ihro Herzogl. Durchl. gesetzt werde".

Ob ihm wirklich noch sehr viel daran gelegen war, als Förster nach Grittel zu gehen, müssen wir bezweifeln. Bereits in der Geburtseintragung seines ältesten Sohnes wurde Friedrich als "Eigenthümer von Vogelsang" bezeichnet. Da er am 26.9.1798 schrieb, daß sein Bruder Jacob seit 6 Jahren bei ihm die Wirtschaft betrieben hätte, muß dieses bei Neubukow gelegene, 184,8 ha große Gut bereits 1792, also um die Zeit seiner Verheiratung, in seine Hände gekommen sein.

Was konnte er, da sich die Fertigstellung des Forsthauses in Grittel noch in die Länge zog, also Besseres tun, als mit seiner Familie von Warin nach Vogelsang zu ziehen? Als hier am 11.2.1794 seine Schwiegermutter, die inzwischen zun zweiten Mal Witwe geworden war, aus dem Leben schied, nannte er sich in der Sterbeanzeige "Erbherr auf Vogelsang"!

Am 29.1.1795 wurde in Vogelsang eine Tochter, Luise, geboren.

Das letzte seinen Forstberuf betreffende Schreiben sandte Friedrich am 23.7.1795 von Doberan aus an den dort weilenden Herzog. Hierin bat er, die Anwartschaft auf den Forstdienst in Grittel auf seinen Bruder Jacob zu übertragen, der nach Ansicht des Oberjägermeisters ein besserer Forstmann als er zu werden verspräche. Für den Fall, daß der Herzog seiner Bitte nicht entsprechen sollte, war er bereit, sein Gut zu verkaufen und sich wieder ganz dem Forstwesen zu widmen.

Wie sehr ihm daran lag, sich trotz seines Wunsches, sein Dienstverhältnis aufzulösen, die Gunst seines Fürsten nicht zu verscherzen, geht aus den nachfolgenden Sätzen des oben erwähnten Briefes hervor:

"...wage es daher nochmal, Euer Herzogl. Durchlauch submissest zu bitten, mir die so oft versicherte und mir so schmeichelhafte Versicherung, daß Höchstdieselben mein Glück machen wollen, an meinen Bruder die mir gnädigst verliehene Anwartschaft zu übertragen.” .... "Alsdann sage ich und kann es mit überzeugendem Herzen sagen, daß Euer Herzogl. Durchlaucht aus mir den glücklichsten Untertan gemacht haben ....”

Am 28.7.1795 entsprach der Herzog seiner Bitte, und damit schied Friedrich endgültig aus dem Forstdienst aus. Die Anwartschaft auf Grittel erhielt sein Bruder.

Aber auch Jacob, der sich, wie wir wissen, schon seit einigen Jahren in Vogelsang mit den Aufgaben eines Landwirts vertraut machte, zog den grünen Rock nicht wieder an. Er folgte Friedrich nach Zierzow, dessen Pächter er wurde, als dieser Kolbow übernahm.

1796 - 1798 Pächter von Hof Zierzow

Friedrich behielt Vogelsang wahrscheinlich bis zum Frühjahr 1796. Da er in späteren Jahren als tüchtiger Landwirt bekannt war, hat er hier sicher die Zeit dazu benutzt, sich gemeinsam mit seinem Bruder alle für die Landwirtschaft erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen.

Am 19.7.1796 pachtete er dann das im Amt Grabow gelegene 267 ha große Gut Hof Zierzow, dessen bisheriger Pächter der Kammerherr von Grävenitz gewesen war.

Hier in Zierzow wurde am 10.4.1797 sein Sohn Friedrich geboren.

Als sich im September 1798 dann die Gelegenheit bot, das benachbarte Kolbow zu übernehmen, gab Friedrich Hof Zierzow an Jacob ab, der ihm, wie in Vogelsang, auch hier zur Seite gestanden hatte, und der jetzt mit Maria Elisabeth Sellschopp die Ehe eingehen wollte.

Am 26.9.1798 schrieb Friedrich an den Herzog:

"Wenn ich am heutigen Tage meinem Bruder Johann Jacob Neckel, welcher schon seit 6 Jahren die Wirtschaft bei mir betrieben, zu seinem ferneren Fortkommen die Pachtung des Hofes Zierzow, Kreis Grabow, abgetreten habe ..."

Kolbow war 1790 auf 24 Jahre an den Amtshauptmann Lenthe in Grabow verpachtet worden. Dieser zedierte 1798 die Pachtung an Friedrich, der also in den noch bis 1814 laufenden Pachtkontrakt eintrat.

Über Kolbow fanden sich in den Akten des Staatsarchivs Schwerin folgende Angaben:

Größe des Gutes 610 ha

Pachtsumme 2345 Rthlr (ab 1824 auf 1565 Rthlr reduziert)

Acker von schlechter und sandiger Beschaffenheit Wiesen bedürfen großer Verbesserung.

Trotz der schlechten Bodenverhältnisse und der hohen Pacht, die er noch zu zahlen hatte, konnte sich Friedrich, wie wir sehen werden, in Kolbow gut behaupten.

Der ihm "angeerbte Hang zum Jagdwesen" machte sich jedoch auch jetzt noch bemerkbar. Gar zu gern hätte er die Jagd auf dem Kolbower Feld gepachtet. In seinem am 1.10.1800 an den Herzog gerichteten Brief lesen wir:

"So gern ich die mir angebohrene Neigung zur Jagd unterdrückte, so sehe ich doch, daß sie mir zwischendurch Vergnügen und Erholung von Geschäften verschaffen würde ..."

Der Herzog schlug ihm jedoch seine Bitte mit einem am 16.10. 1800 in Friedrichsthal gefertigten Schreiben ab.

In Kolbow wurde am 22.11.1802 Friedrichs jüngster Sohn Karl geboren.

Sparow in Bildern


Neuerungen:   

  1. Ergänzung des Stammbaumes - 20.01.2016
  2. Ergänzung Dieter Neckel - 08.07.2015
  3. Einfügung der Ehefrauen in den Stammbaum - 28.03.15
  4. Menuunterpunkte vollständig erneuert - 23.03.15

Neue Beiträge:

 

                      

Bitte um Ergänzungen: 

Wer Fehler oder Unvollständigkeiten bezüglich der Texte und vor allem des Stammbaumes findet, möge dies mir mitteilen, damit ich Änderungen bzw. Ergänzungen vornehmen kann.