The Neckel family

Unsere Familiengeschichte
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News

Ich möchte mich bei Ulla und Dieter Neckel aus Südafrika für die Bereitstellung der fünfbändigen Familiengeschichte recht herzlich bedanken. 11.02.2015                

 

Friedrich und Maria Juliana hatten also 4 Kinder, die jetzt nachstehend, unter Angabe ihrer Paten, noch einmal der Reihe nach aufgeführt werden sollen:

1. August Johann Friedrich Jaoob, geb. Warin 17.5.1793

Paten:

Herr Oberamtmann Joachim Bernhard August von Suckow

Herr Joh. Christian Bartels, Pens. zu Barnerstück

Herr Oberförster Friedrich Christopher Weidemann, Mankmoos

Herr Pensionär Jac. Bernhard Brackenwagen zu Glambeck b.Warin

2. Maria Louisa Elisabeth, geb. Vogelsang 29.1.1795

Paten:

Ludwig Reder

Maria Reder

Elisabeth Peters

3. Johann Friedrich Hartwig, geb. Hof Zierzow 10.4.1797

Paten:

H. Oberförster Johann Caspar Lohse

Pensionär zu Balow Friedrich Hinz

Pensionär zu Granzin Burghart Hartwig Hinz -

in deren Abwesenheit stand Herr Jacob Neckel zu Zierzow

4. Carl Christian Johann, geb. Colbow 22.11.1802

Paten:

H. Hofrat Wittstock aus Ludwigslust

H. Oberförster Lohse aus Muchow

H. Verwalter Neckel aus Zierzow

Zu den Paten ist folgendes zu sagen:

Zu 1) Joachim August Bernhard von Suckow war Drost in Warin. Als Kreispolizeimeister hatte er sich um die Organisation der Gendarmerie und die Errichtung des Kriminal-Kollegiums sehr verdient gemacht. In Witte: "Kulturbilder aus Alt-Mecklenburg" lernen wir ihn als einen ebenso tüchtigen wie auch fortschrittlich eingestellten Beamten kennen, der sich auch für die Abschaffung der Leibeigenschaft mit eingesetzt hat.

Johann Christian Bartels, Pensionär zu Barnerstück, war sicher ein Verwandter von Friedrichs Frau, deren Mutter, wie wir wissen, eine geborene Bartels war. Ein Karl Christian Bartels, Pensionär zu Dütschow, und dessen Frau, Magdalene geborene Sellschopp, standen bei Jacobs Kindern Pate. Magdalene Bartels und Jacobs Frau waren Schwestern.

zu 2) "Ludwig Raeder aus Rostock" stand auch am 18.2.1801 bei Jacobs Sohn Wilhelm Pate. Es wäre nicht ausgeschlossen, daß wir in der Maria Reder, die doch wahrscheinlich die Frau des Ludwig war, Jacobs und Friedrichs einzige Schwester Maria Sophia Dorothea vor uns hätten, die am 17.5.1766 als Tochter des Hofjägers in Schwerin getauft wurde.

Man darf wohl annehmen, daß zu einer Zeit, da noch die Postkutsche das einzige Verkehrsmittel bildete, nur nahe Verwandte von Rostock nach Vogelsang und nach Hof Zierzow zur Taufe gefahren sein werden.

Elisabeth Peters ist uns nicht bekannt. Zu dieser Patin ist zu bemerken, daß bei dem jüngsten Sohn des Hofjägers am 19.8.1774 ein Johann Christian Peters Pate stand.

zu 3) Der Oberförster Johann Caspar Lohse ist uns um so besser bekannt. Ich machte über ihn bereits in Bd. 2 der Fam.Geschichte auf Seite 127 nähere Ausführungen. Er und seine   Frau standen ebenfalls bei Jacobs Kindern Pate.

zu 4) Dr. Christian Christoph Wittstock war Leibmedikus in Ludwigslust und mit einer Beate Dorothea Amtsberg, der Kammerfrau der Prinzessin Friedrich Ludwig, verheiratet. Diese war eine Schwester des Pastors August Theophilus Amtsberg, der 1795 geadelt wurde und zu dessen Nachkommen auch   Klaus   von   Amsberg gehört, der mit der Kronprinzessin   der Niederlande,   Beatrix, verheiratet ist.

Zur Zeit der französischen Invasion 1805 – 1809

Als 1939 die Stammfolge Neckel im Deutschen Geschlechterbuch veröffentlicht wurde, enthielt sie auf Seite 654 eine Fußnote nachstehenden Inhalts:

Fußn.38) in der Familienakte Neckel findet sich folgender Hinweis: Familie Neckel 1808: "Über die Tätigkeit des Pensionärs Neckel zu Kolbow zur Zeit der französischen Invasion vid: - Dom Neustadt. Verpachtung des Hofes Neustadt 1808 -1809 (3) actor fg." Leider konnte das betreffende Aktenstück nicht aufgefunden werden.

Im Jahre 1953 kamen dann diese lange gesuchten Urkunden doch zum Vorschein und in meine Hände.

Um den Inhalt der interessanten und aufschlußreichen Briefe verstehen zu können, ist nun die Kenntnis der politischen Ereignisse der damaligen Zeit erforderlich. Bereits in Band 2 der Fam. Geschichte vergegenwärtigten wir uns auf Seite 128 die sogenannte Franzosenzcit, die uns Mecklenburgern ja ohnehin durch Fritz Reuters Erzählung "Ut de Franzosentid" bekannt ist. Jetzt wollen wir unsbesonders vor Augen führen, daß der mecklenburgi-Herzog Friedrich Franz I. während der französischen Invasion in der Zeit vom 29.11.1806 bis 11.7.1807 sein Land verlassen mußte.

Wie uns bereits bekannt ist, lief der Kolbower Pachtkontrakt im Jahre 1814 ab. Obwohl die Prolongation der Pachtkontrakte nicht üblich war, wandte Friedrich sich am 15.1.1805 direkt an den Herzog und bat um die Verlängerung seines Vertrages um weitere 28 Jahre. Er erklärte sich bereit, als Gegenleistung ein neues Pächterhaus und einen Katen auf seine Kosten bauen zu lassen sowie ein Torfmoor an die Forstverwaltung abzutreten. Der Herzog schrieb ihm, daß der Kontrakt ja erst im Jahre 1814 zu Ende sei, mithin noch eine geraume Zeit dauere und stellte ihm frei, sich an die Kammer zu wenden.

Auch wir wundern uns, daß Friedrich es so eilig mit der Prolongation seines Vertrages hatte. Den Grund hierfür können wir wohl darin sehen, daß das alte Pächterhaus in Kolbow zu klein und überdies baufällig war und er es gern mit einem modernen Gutshaus vertauscht hätte. Die hohen Aufwendungen für einen solchen Bau wären für ihn natürlich nur dann sinnvoll gewesen, wenn er die Sicherheit gehabt hätte, daß nach Ablauf des alten Kontrakts nicht ein anderer Pächter in das neue von ihm erbaute Haus ziehen würde.

Zunächst mußte Friedrich seine Pläne jedoch infolge der politischen Ereignisse aufschieben, und er hat sie vorübergehend vielleicht sogar ganz und gar aufgegeben, als sich für ihn, wie aus dem Nachfolgenden hervorgeht, schon während der französischen Besatzungszeit eine Möglichkeit bot, Plüschow zu pachten.

Im Jahre 1807, als der Herzog in sein Land zurückgekehrt war, legte er dann der Kammer zwei neue Anträge auf Prolongation vor.

Am 4.1.1808 unterstützte ihn diese und reichte eine ausführliche Stellungnahme in dieser Angelegenheit beim Herzog ein. In ihrem Bericht heißt es:

"Diese Propositionen erhalten noch mehreres Gewicht dadurch, daß der Neckel bekanntlich ein guter Wirth, ein vermögender und ruhiger Pächter ist. In jetzigen Zeiten kann die Conservation eines solchen Mannes nicht gleichgültig sein, soferne übrigens das höchste Interesse dabey besteht."

Zu unserem Erstaunen antwortete Herzog Friedrich Franz am 8.1.1808 von Ludwigslust aus auf dieses Schreiben völlig ablehnend und wies die Kammer "zur durchaus abschlägigen Beantwortung" an. Er begründete seine Entscheidung damit, daß Friedrich zur Zeit des französischen Gouvernements alle Pächter des Amtes hätte aufwiegeln wollen, 24/M Reichstaler zusammenzubringen, um damit für alle Domanialhöfe des Amtes Neustadt Prolongation zu erhalten.

Friedrich blieb es trotz der offenbar beabsichtigten Geheimhaltung nicht verborgen, daß er bei dem Herzog als Kollaborateur, wie wir heute sagen würden, denunziert worden war. In einem ausführlichen Schriftsatz nahm er am 8.2.1808 Stellung zu den Beschuldigungen, die gegen ihn vorgebracht wurden, und bezeichnete sie als böswillige Verleumdungen.

Seines Wissens sollten es zwei "Verbrechen" sein, die ihm zur Last gelegt wurden.

Zunächst sollte er also im Winter 1807 versucht haben, bei den Pächtern des Domanialamts Neustadt 24000 Reichstaler zusammenzubringen, um mit diesem Geld die Prolongation ihrer Pachtkontrakte zu bewirken. Als Beweis für die Unrichtigkeit dieser Behauptung überreichte er die eidesstattlichen Erklärungen von drei bekannten und geachteten Pächtern des Domanialamts und zwar des Inhalts, daß die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen unwahr seien, da ihnen von dieser Angelegenheit nichts bekannt sei.

Weiter sollte er sich bei der französischen Intendanz darum bemüht haben, daß der Pachtvertrag für das Gut Plüschow an ihn zediert würde.

Friedrich erklärte zu dieser zweiten Beschuldigung, daß ein "gewisser Meier", dem die französische Intendanz Plüschow verpachtet hatte, ihm dieses Angebot zwar gemacht hätte, daß er jedoch nur zum Schein hierauf eingegangen sei, um das Gut für das herzogliche Haus zu erhalten. Er habe sofort den Oberjägermeister von der Lühe und den Kammerdirektor Brüning in Schwerin hiervon in Kenntnis gesetzt. Diese beiden herzoglichen Beamten hätten ihm geraten, die Verhandlungen mit Meier weiter zu führen, bis sie dem in Altona weilenden Herzog über diesen Vorgang Bericht erstattet hätten. Friedrich erwähnte noch, daß er sich aus diesen Grunde 14 Tage lang hätte in Schwerin aufhalten müssen, was ihm viel Zeit und Geld gekostet hätte.

Welcher Art der Eindruck war, den diese Verteidigungsschrift auf den Herzog machte, zeigt deutlich die umgehende Beantwortung des Briefes. Bereits am nächsten Tag, am 9.2.1808, forderte er Friedrich auf, ihm den Namen desjenigen zu nennen, der ihm seine Gesinnung verraten habe.

Doch das konnte oder wollte Friedrich nicht. Wahrscheinlich hätte er, wollte er dieser Aufforderung nachkommen, einen der mit ihm befreundeten herzoglichen Beamten nennen müssen. So entzog er sich dieser heiklen Angelegenheit, indem er zunächst vier Wochen verstreichen ließ, und dann am 7.3. folgendes schrieb:

"Das Stadtgespräch erzählte einem Gliede meiner Familie die höchst unangenehme Neuigkeit von meinem Verlust der herzoglichen Gnade und bestätigte sie auch mir, als ich zu einer näheren Erkundigung selbst nach Schwerin reiste. Ich habe es erzählen hören! - so sagten mir viele, den ersten Erzähler aber nannte mir keiner und so weiß ich denn auch in diesem Augenblick nicht, wer die höchste Gesinnung Ew. Herzogl. Durchlaucht wider mich hat ins Publicum bringen und mir dadurch die Achtung manches ehrlichen Mannes entziehen können, den Patriotismus verleitet, mich ungehört und unschuldig zu verdammen."

Aber auch jetzt ließ sich der Herzog durch Friedrichs Darstellungen nicht umstimmen, sondern bestand weiterhin auf Angabe des betr. Namens.

Da für das Jahr 1808 keine weiteren Schriftstücke in dieser Angelegenheit in Staatsarchiv Schwerin Vorlagen, hat es den Anschein, als ob Friedrich sich vorerst in Stillschweigen hüllte.

Die nächste und letzte Urkunde datiert dann vom 3.3.1809. An diesem Tage griff Friedrich eigenhändig zur Feder - am Schluß des Briefes findet sich der Vermerk: "entworfen von mir selber. F. Neckel".

Zunächst ging er noch einmal auf die Vorgänge in der Plüschower Angelegenheit ein und legte als Beweis für seine Aufrichtigkeit gegenüber dem herzoglichen Hause und für die Unrichtigkeit der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen die Zeugnisse zweier hoher Staatsbeamten bei, die versicherten, daß er sich nach ihrer Meinung bei seiner Handlungsweise, die Verpachtung von Plüschow betreffend, von keinem anderen Gedanken leiten ließ als dem, dieses Gut dem herzoglichen Hause zu erhalten. Seiner Hoffnung, jetzt vor den Herzog wieder rehabilitiert dastehen zu können, verleiht er mit folgenden Worten Ausdruck:

"geruhen Ew. Herzogl. Durchlaucht - die angelegten Zeugnisse .... von zwey Höchst Ihrer vorzüglichsten Staatsdiener darüber als sichere Beläge zu meiner Rechtfertigung - wenn Ew. Herzogl. Durchlaucht nicht ohnedem schon von meiner Unschuld überzeugt sein sollten - anzunehmen und wenden Höchst dieselben mir Ihre unschätzbare Gnade in dem Maße wieder zu, als ich sie vormals zu besitzen mir schmeycheln durfte."

Dann geht er zum Kernpunkt seines Anliegens über: die Verlängerung des Pachtkontrakts von Kolbow wieder, der mittlerweile in 5 Jahren zu Ende ging.

Am 19.4.1809 gab der Herzog Friedrichs Gesuch endlich zur Bearbeitung an das Kammer-Kollegium weiter, und so können wir wohl annehmen, daß er sich inzwischen von der Schuldlosigkeit seines Kolbower Pächters überzeugt hatte und willens war, ihm seine "unschätzbare Gnade" wieder zuzuwenden. Wie hätte er es sonst zulassen können, daß sein Sohn, der Erbprinz Ludwig, ihm schon im nächsten Jahr Testorf und ein Jahr später Plüschow verpachtete?!

Über die Verhandlungen im Kammer-Kollegium liegen leider keine Unterlagen vor. Aus dem Gang der Ereignisse können wir aber schließen, daß der Herzog einerseits an seinem Entschluß, Kolbow nicht über den Ablauf des Pachtkontrakts hinaus an Friedrich weiter zu verpachten, festhielt, ihm andererseits aber schon jetzt die baldige Übernahme einer neuen Pachtung in Vorschlag bringen ließ.

1810 Pächter von Testorf

So läßt es sich jedenfalls erklären, wenn Friedrich schon 1810, noch 4 Jahre vor der eigentlichen Frist, Kolbow an Pensionär Bade abtrat und das dem Erbprinzen gehörende Gut Testorf übernahm, nämlich von Trinitatis 1810 - Trinitatis 1826.

Am 1.6.1810 erhielt er einen Paß, mit dem alle Chausseegeldeinnehmer angewiesen wurden,

"das Mobiliar, Vieh und Fahrnis nebst instrumentis rusticis des Pächters Neckel zu Colbow von dort nach Testorff bey Grevismühlen zoll- und accisefrey passieren zu lassen".

Während Zierzow und Kolbow im südlichen Teil Mecklenburgs in der Nähe von Grabow lagen, waren Testorf und Plüschow Güter der "Vogtei Plüschow", zu der außer diesen beiden noch Barendorf, Boienhagen, Friedrichshagen mit Oberhagen, dann Jamel und Meierstorf mit dem Sternkrug gehörten. Diese Vogtei hatte der Erbprinz Friedrich Ludwig im Jahre 1802 von dem Kammerherrn Philipp Baron von Stenglin erworben. Sie lag im Norden Mecklenburgs in der Nähe von Grevesmühlen. Der Erbprinz pflegte alljährlich nach dem üblichen Doberaner Aufenthalt einige Wochen auf seinem Schloß in Plüschow zu verbringen.

Obwohl Testorf im Vergleich zu dem 610 ha. großen Kolbow nur 433 ha. groß war, belief sich die Höhe seiner Pacht auf fast das Doppelte, nämlich auf 4700 Reichstaler. Man kann wohl annehmen, daß die besseren Bodenverhältnisse in diesem Teil Mecklenburgs die Ursache dafür waren.

Ob Friedrich im Juni 1810, zu der Zeit also, da er sich "acciscfrey'' auf den Weg nach Testorf machte, tatsächlich schon damit rechnete, daß er nur kurze Zeit hier bleiben würde, entzieht sich unserer Kenntnis. Er behielt die neu angetretene Pachtung jedenfalls nicht länger als ein Jahr, und so scheint Testorf für ihn schließlich nichts anderes bedeutet zu haben als das Sprungbrett nach Plüschow.

1811 - 1821 Pächter von Plüschow

Bereits im Jahre 1811 unterschrieb Friedrich also den Plüschower Pachtvertrag, der, wie der Testorfer, eine Laufzeit von 16 Jahren hatte - von Trinitatis 1811 - 1827 - und sich auf Plüschow mit der Wassermühle, auf die Windmühle in Hungerstorf und die Schmiede in Friedrichshagen bezog.

Daß dieser Vertrag überhaupt Zustandekommen konnte, verdankte Friedrich nicht zuletzt dem Entgegenkommen seines Bruders. Jacob trat, nachdem er Hof Zierzow an den Pächter Martin Kossel abgegeben hatte, in den Testorfer Pachtkontrakt ein und zog mit seiner Familie und allem Hab und Gut gleichfalls in den Norden Mecklenburgs.

Aus den in Band 2 der Fam. Geschichte enthaltenen Urkunden ging hervor, daß die Plüschower Pacht mit 5200 Talern von dem Erbprinzen niedriger als beabsichtigt angesetzt worden war. Friedrich hatte dem Schreiben des Erbprinzen vom 11.4.1811 zufolge ausdrücklich erklärt, daß er die von ihm begehrte höhere Pacht nicht geben könne, da er für seinen Bruder einen Teil der Testorfer Pacht übernehmen müsse. Wenn er diesem Versprechen später nicht nachkam, so scheint er sich dennoch mit Jacob einig gewesen zu sein. Dieser setzte sich, wie aus den Urkunden hervorgeht, lieber mit aller Kraft für eine Herabsetzung der seiner Berechnung nach zu hoch angesetzten Testorfer Pacht ein, als daß er sich von Friedrich geldlich unterstützen ließ.

Die Brüder ahnten natürlich nicht, daß der Erbprinz sich zu dieser Zeit mit dem Gedanken trug, seine gesamten Güter zu verkaufen, wie aus seinem eigenen Tagebuch ersichtlich ist. Am 7.7. 1811 machte er folgende Eintragung:

"Ich habe einige Hoffnung, meine Güter an einen reichen Hamburger zu verkaufen. Wie wollte ich dem Himmel danken, wenn es zu Stande käme.” Der Verkauf kam jedoch nicht zustande.

Hier in Plüschow und Testorf erlebten Friedrich und Jacob mit ihren Familien nun die Jahre der Befreiungskriege. In den Plüschower Akten im jetzigen Staatsarchiv Schwerin liegen die Spendenlisten, die uns Aufschluß geben über

"die freywilligen Beyträge zur Unterstützung und Bewaffnung der fürs Vaterland ins Feld ziehenden Krieger, gesammelt im April 1813 aus den Erbprinzlich Plüschower Güters".

Weitere Akten beinhalten

1. Kriegsschäden in den Plüschower Gütern 1806

2. Register der außerordentlichen Kontribution

3. Rekrutierung, Contribution, Einquartierung.

Zur Zeit der Übersiedlung nach Plüschow war Friedrichs Tochter, Louise, schon 17 Jahre alt. Sie trat als erstes seiner Kinder in den Ehestand. An 26.3.1813 verheiratete sie sich in Plüschow mit dem Pächter zu Groß Medewege, Peter Gaettens, der aus einer alten Schifferfamilie stammte und am 30.1.1791 in Lübeck geboren war.

Peter und Louise Gaettens wurden die Stammeltern des mecklenburgischen Zweiges der Familie Gaettens, zu dem, wie aus der im Anhang enthaltenen Nachkommentafel ersichtlich ist, nicht wenige angesehene Mecklenburger zählen.

Johann Peter Gaettens starb am 17.1.1846 im Alter von 55 Jahren in Groß Medewege (Schlagfluß) und wurde am 21.1. in Kirch-Stück beigesetzt. Louise zog nach dem Tode ihres Mannes nach Schwerin zu ihrem Sohn Heinrich, der hier Oberstabsarzt war und in der Münzstraße wohnte. Louise starb am 19.2.1856, 61 Jahre alt, und fand am 22.2. ihre letzte Ruhestätte an der Seite ihres Mannes in der Kapelle auf dem Friedhof in Kirch-Stück.

Johann Peter Gaettens war vielen Mecklenburgern als tüchtiger Landwirt bekannt. Selbst Fritz Reuter mußte von ihm gehört haben, er schrieb von Jabel aus an seinen Vater, daß er bei Gaettens, Groß-Medewege, angefragt habe, ob er bei ihm die Landwirtschaft erlernen könnte. Zusammen mit Friedrich J.C.Pogge-Zierstorf gründete Peter Gaettens auch den Patriotischen Verein.

Am 9.2.1816 bemühte Friedrich sich für seinen Sohn Friedrich um eine Lehrstelle als Rentschreiber. In seinem Schreiben an den Hofmarschall spricht er von drückenden Zeiten, die ihn veranlaßten, eine Stellung für seinen 19-jährigen Sohn zu suchen, damit dieser sich sein Brot selbst verdienen könne.

Wir wissen, daß Friedrich Neckel jun. später herzoglicher Kammerkopiist bzw. Kammerkanzellist war. Er dürfte also die von seinem Vater beantragte Lehrstelle auch erhalten haben.

Am 20.10.1820 fand in Dambeck die Hochzeit des ältesten Sohnes Johann (Hans) mit Lisette Ehlers statt, deren Vater zu dieser Zeit Pächter zu Dambeck war. Hans hatte 1820 Möderitz gepachtet. Später war er Pächter zu Santow und seit 1851 Pächter zu Herrensteinfeld.

Kaum ein Jahr nach der Hochzeit seines Sohnes, am 19.9.1821, starb Friedrich in Plüschow im Alter von 51 Jahren.

Auch seiner Frau, Maria Juliana, war es nicht vergönnt, ein höheres Alter zu erreichen. Sie starb am 13.2.1822, 5 Monate nach dem Tode ihres Mannes. Das Kirchenbuch in Friedrichshagen gibt für beide Wassersucht als Todesursache an.

Friedrich und Juliana wurden auf dem Kirchhof in Friedrichshagen am 23.9.1821 bzw. am 16.2.1822 beerdigt, doch sind ihre Gräber nicht mehr erhalten. Anläßlich ihrer Beerdigung wurden die Kirchenglocken an 4 bzw. 6 Tagen geläutet.

Friedrichs jüngster Sohn Karl wurde ebenfalls Landwirt. Als sein Bruder Hans Pächter zu Santow war, finden wir Karl bei ihm als "Ökonom“. Später war er bei seinem Schwager Gaettens in Groß Medewege landwirtschaftlicher Inspektor. 1834 pachtete er dann das Gut Groß Belitz.

Nach Friedrichs Tod gaben seine Erben Johannis 1824 den Pachtvertrag über Plüschow zurück. Der Hof Plüschow, die Mühle zu Hungerstorf und die Schmiede zu Friedrichshagen wurden darauf einzeln weiterverpachtet, und zwar der Hof Plüschow an die "Erben des wailand Pensionärs Neckel" von Johannis 1824 bis 1844. Aber bereits Johannis 1828 wurde dieser Vertrag an den Pensionär Johann Peter Gaettens in Groß Medewege zediert.

In dem Auseinandersetzungsvertrag vom 8.12.1827 werden Friedrichs Erben, wie folgt, angegeben:

1. Pensionär Hans Neckel zu Santow

2. Kammerkopiist Friedrich Neckel zu Schwerin

3. Frau Pensionärin Luise Gaettens geb. Neckel zu Groß Modewege

4. Ökonom Carl Neckel zu Santow.

Sparow in Bildern


Neuerungen:   

  1. Ergänzung des Stammbaumes - 20.01.2016
  2. Ergänzung Dieter Neckel - 08.07.2015
  3. Einfügung der Ehefrauen in den Stammbaum - 28.03.15
  4. Menuunterpunkte vollständig erneuert - 23.03.15

Neue Beiträge:

 

                      

Bitte um Ergänzungen: 

Wer Fehler oder Unvollständigkeiten bezüglich der Texte und vor allem des Stammbaumes findet, möge dies mir mitteilen, damit ich Änderungen bzw. Ergänzungen vornehmen kann.