The Neckel family

Unsere Familiengeschichte
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News

Ich möchte mich bei Ulla und Dieter Neckel aus Südafrika für die Bereitstellung der fünfbändigen Familiengeschichte recht herzlich bedanken. 11.02.2015                

 

Heinrich Neckel:

 

Nachdem wir uns in den vorangegangenen Abschnitten mit Jacob Neckel, Testorf, und seinen Nachkommen beschäftigt haben, wollen wir uns jetzt dem jüngeren Sohn des Hofjägers, Friedrich, dem späteren Pächter von Plüschow, zuwenden und im Anschluß an dessen Lebensbeschreibung diejenigen seiner Nachkommen bringen.

Friedrich, der sich in der ersten Urkunde, die wir von ihm besitzen, Jochim nennt und selber von sich schreibt, daß er ein Sohn des Hofjägers sei, wurde, wie alle seine Geschwister, in Schwerin geboren und am 3.7.1770 in der Schloßkirche daselbst auf die Namen "Johann Joachim Dethloff" getauft. Vorausgesetzt, daß die Eintragung des Namens"Friedrich" nicht versehentlich im Kirchenbuch unterblieben ist, müssen wir annehmen, daß Friedrichs Rufname an sich "Jochim" war.

"Warum er seinen Namen vertauschte oder änderte und schon die nächste Urkunde mit F. Neckel unterzeichnete, können wir nicht erklären. Das dritte uns vorliegende Gesuch an den Herzog unterschrieb er mit beiden Namen, nämlich mit "Fr. Joch. Neckel". Alle folgenden Briefe sind dann einheitlich mit Friedrich bzw. mit F. oder Fr. unterzeichnet.

Nach seiner Sterbeeintragung am 19.9.1821 im Kirchenbuch von Friedrichshagen war Friedrich zur Zeit seines Todes 51 Jahre alt. Mithin kann er nur im Jahre 1770 geboren sein.

Daß es sich in den mit "Jochim" bezw. "Friedrich" und auch "Fr. Joch." unterzeichneter. Schriftstücken um ein- und denselben Sohn des Hofjägers wie auch um den späteren Pächter von Plüschow handelt, unterliegt keinem Zweifel und geht auch aus den nachfolgenden Ausführungen hervor.

Der Vollständigkeit halber möchte ich aber doch nicht unterlassen, auf die Plüschower Volkszählungsliste aus dem Jahre 1819 hinzuweisen, nach der der Pächter von Plüschow "Johann Friedrich Joachim Neckel" am 11.8.1772 in Schwerin geboren sein soll. Es ist allgemein bekannt, daß die Volkszählungslisten sehr ungenau geführt wurden. Sollte diese ausnahmsweise einmal das richtige Geburtsdatum angegeben haben, würden sich folgende Tatsachen ergeben:

1. wäre Friedrichs Taufeintragung im Schloßkirchenbuch gänzlich vergessen worden,

2. wäre er bei Antritt seiner Forstlehre noch nicht 15 Jahre alt gewesen statt etwa 17, wie sein Bruder Jacob zu diesem Zeitpunkt,

3. wäre er als 19-Jähriger schon in den Ehestand getreten

und

4. auch schon im Alter von 19 Jahren vom Herzog als Förster vorgeschlagen worden.

Wir wollen darum die Volkszählungsliste außer acht lassen und voraussetzen, daß Friedrich mit dem am 3.7.1770 in Schwerin getauften Johann Joachim Dethloff Neckel identisch ist, zumal auch die Vornamen "Johann" und "Jochim” zweimal in Kirchenbucheintragungen neben "Friedrich" vorkommen, nämlich in der anläßlich seiner Trauung mit Maria Juliane Darmann und dann bei der Taufeintragung des ältesten Sohnes seines Bruders Jacob, bei dem er Pate stand.

1770 - 1786 – Jugendzeit

Wie Jacob verlebte auch Friedrich die Jahre seiner Kindheit in Schwerin und empfing schon hier die Eindrücke, die seinen späteren Lebensweg maßgeblich mitbestimmen sollten.

Der Vater, der schon seit vielen Jahren Hofjäger war, die elterliche Wohnung, von der wir annehmen, daß sie sich im Jägerhof befand, und schließlich dieser selbst, der mit seinem Leben und Treiben jeden Jungen in seinen Bann ziehen mußte - das alles macht es verständlich, daß Friedrich, dem Beispiel seines Bruders Jacob folgend, auch einmal Jäger werden wollte.

Wie wir wissen, wurde Friedrichs Vater 1778 als Förster nach Kraak versetzt, wo er aber schon im November des folgenden Jahres starb. Der Herzog, Friedrich Franz I., war bereit, die Witwe Maria Dorothea geb. Stange, die nach dem Tode ihres Mannes mit ihren vier Kindern von Kraak nach Schwerin zurückgezogen war und anscheinend ziemlich mittellos dastand, zu unterstützen. Er gewährte den Kindern "freie Schule".

Hierüber wollen wir uns besonders freuen, wurde doch noch 40 Jahre später, um 1830, von 2200 Schweriner Kindern erst die Hälfte im Lesen und Schreiben unterrichtet.

Friedrich konnte also die Domschule besuchen, die zwar in erster Linie für eine gelehrte Erziehung bestimmt war, aber auch solche Schüler aufnahm, die einen praktischen Beruf erlernen wollten.

1787 - 1795 - Jäger und Förster

Nun hören wir wieder von ihm, als er fast 17 Jahre alt war. Am 26.4.1787 richtete er ein Gesuch an den Herzog, worin er ihn bat, ihn bei seinem Anverwandten, dem Oberförster Bärens in Klueß, die Jagd lernen zu lassen. Er schreibt: "Der Hang zum Jagdwesen ist mir von meinem Vater angeerbt, aber leider auch sonst nichts, nicht einmal so viel, als zur Erlernung der Jägerey erforderlich wird".

Am 2.5.1787 entsprach der Herzog seiner Bitte und ließ die Kosten für die Lehrzeit von jährlich 30 Reichstalern an den Oberförster Bärens "aus seiner Chatoulle" anweisen.

So kam Friedrich für 2 Jahre in das Haus seiner Kusine Eleonore Sophia Catharina Stange, die so wie er ein Enkelkind des Gärtners Stange aus Schwerin war und den Oberförster Bärens geheiratet hatte.

In diese Zeit fällt der Tod seiner Mutter. Maria Dorothea Neckel starb am 14.8.1788 in Schwerin.

Der nächsten Urkunde, die uns vorliegt - ein gleichfalls an den Herzog gerichteter Brief vom 8.1.1790 - entnehmen wir, daß Friedrich, der jetzt 19 Jahre alt war und seine Lehrzeit in Klueß beendet hatte, im Begriff stand, mit dem Kammerjunker von Stein nach Sachsen zu reisen. Diesmal bat er den Herzog um die schriftliche Bestätigung seines ihm mündlich gegebenen Versprechens, ihn nach seiner Rückkehr aus Sachsen bei einer frei werdenden Forststelle zu berücksichtigen. Laut Aktenvermerk vom 9.1.1790 erhielt er die erbetene Zusage.

Der Kammerjunker war Gottlob Carl Friedrich Wilhelm Freiherr von Stein. Die Reise ging wahrscheinlich nach Sachsen Gotha, da die Gemahlin des Herzogs, Louise, eine geborene Herzogin zu Sachsen und des Herzogs zu Sachsen Gotha Tochter war. So ist es erklärlich, wenn zu dem dortigen Hof Beziehungen bestanden.

Wir wissen nicht, wie lange der Aufenthalt in "Sachsen" dauerte. Nach seiner Rückkehr muß Friedrich, wie aus dem unten angeführten Schreiben des Herzogs vom 7.6.1792 hervorgeht, dem Förster Penz in Gielow als Adjunkt zugewiesen worden sein, und er mag diesen Posten bis zur Jahreswende 1791/92 innegehabt haben. Wahrscheinlich machte der Tod des Försters Penz seiner Tätigkeit in Gielow zunächst ein Ende.

Am 11.5.1792 bewarb er sich dann um die Forststelle in Schlemmin. In seinem Schreiben verpflichtete er sich, der Witwe des dort verstorbenen Försters Abesser eine jährliche Rente von 30 Talern zu zahlen, ein Umstand, der die damaligen Verhältnisse veranschaulicht und uns vor Augen führt, welche Aufgaben einen jungen Förster erwarteten, wenn er die Stelle seines verstorbenen Vorgängers übernahm.

Dem Schreiben des Herzogs vom 7.6.1792 an das Forstkollegium zufolge sollte jedoch nicht die Försterstelle in Schlemmin, sondern die zu Gielow mit dem Jäger Neckel wieder besetzt werden. Letzterer sollte auch "hierdurch von der ihm abgemuteten Bedingung entfreit sein", da er nun die Forstbedienung erhielt, worauf er adjungiert gewesen sei.

Der Herzog hatte es sicher gut gemeint, wenn er dem angehenden jungen Förster die Zahlung der 30 Taler jährlich ersparen wollte. Dennoch entsprach sein Entschluß nicht dessen Wünschen.

Friedrich war nämlich, noch ehe ihn die Antwort des Forstkollegiums erreichen konnte, in den Ehestand getreten und von diesem Zeitpunkt an aller Geldsorgen enthoben. Am 5.6.1792 hatte er in Zittow Maria Juliana Darmann geheiratet, der er sehr wahrscheinlich seinen von jetzt an einsetzenden Wohlstand zu verdanken hatte.

Maria Juliana Christiana Darmann war am 9.11.1776 in Krien, Kreis Anklam, geboren. Ihre Eltern waren Jochen Friedrich Darmann, Gutspächter zu Krien, und Sophia Margaretha Bartels. Beide waren miteinander verwandt. Ihre gemeinsamen Großeltern waren: der Küchenmeister in Malchow Michel Hartmann und Anna Maria Christopher.

Maria Juliana war 13 Jahre alt, als ihr Vater starb. Ihre Mutter ging nach Ablauf der Trauerjahre mit Georg Ernst Christian Homann, der Pächter der zum Kirchspiel Zittow gehörenden Güter Cambs und Liessow war, die zweite Ehe ein. Ein Jahr darauf wurde Maria Juliana - sie war jetzt 15 Jahre und 7 Monate alt - Friedrichs Frau.

Es hat nun den Anschein, als ob das junge Paar keine allzu große Lust verspürte, nach dem weitab gelegenen Gielow zu ziehen. Wenn Friedrich nicht ausdrücklich im Staatskalender als Förster in Gielow aufgeführt wäre, hätten wir sogar allen Grund zu der Annahme, daß er der Anweisung des Herzogs, nach dem bei Stavenhagen gelegenen Bauerndorf zu gehen, keine Folge geleistet hätte. Länger als bis zu Beginn des Jahres 1793 kann er jedenfalls nicht in Gielow gewesen sein, und es ist fraglich, ob seine Frau ihn überhaupt dorthin begleitet hat.

Gleich nach ihrer Hochzeit finden wir nämlich beide in Warin. Laut dortigem Kirchenbuch stand "Frau Försterin Maria Juliana Neckelsen, hierselbst" am 3.8.1792 bei einem in Warin geborenen Täufling Pate und Friedrich - "Herr Förster Friedrich Neckels, hierselbst" - desgleichen am 9.2.1793.

Auch der älteste Sohn der beiden, Johann, kam am 17.5.1793 in Warin zur Welt.

Nach einer inzwischen erfolgten Unterredung mit dem Herzog hatte dieser sich bewogen gefühlt, dem jungen Ehemann die Anwartschaft auf eine neu einzurichtende Forststelle in Grittel zu versprechen. So ist es zu verstehen, wenn Friedrich am 15.4.1793 anfragt, "wenn das Haus fertig gebaut ist, ich nun mit meiner Familie dahin ziehen darf, somit ich doch mahl in Ruhe mit den Meinigen und in Thätigkeit vor Ihro Herzogl. Durchl. gesetzt werde".

Ob ihm wirklich noch sehr viel daran gelegen war, als Förster nach Grittel zu gehen, müssen wir bezweifeln. Bereits in der Geburtseintragung seines ältesten Sohnes wurde Friedrich als "Eigenthümer von Vogelsang" bezeichnet. Da er am 26.9.1798 schrieb, daß sein Bruder Jacob seit 6 Jahren bei ihm die Wirtschaft betrieben hätte, muß dieses bei Neubukow gelegene, 184,8 ha große Gut bereits 1792, also um die Zeit seiner Verheiratung, in seine Hände gekommen sein.

Was konnte er, da sich die Fertigstellung des Forsthauses in Grittel noch in die Länge zog, also Besseres tun, als mit seiner Familie von Warin nach Vogelsang zu ziehen? Als hier am 11.2.1794 seine Schwiegermutter, die inzwischen zun zweiten Mal Witwe geworden war, aus dem Leben schied, nannte er sich in der Sterbeanzeige "Erbherr auf Vogelsang"!

Am 29.1.1795 wurde in Vogelsang eine Tochter, Luise, geboren.

Das letzte seinen Forstberuf betreffende Schreiben sandte Friedrich am 23.7.1795 von Doberan aus an den dort weilenden Herzog. Hierin bat er, die Anwartschaft auf den Forstdienst in Grittel auf seinen Bruder Jacob zu übertragen, der nach Ansicht des Oberjägermeisters ein besserer Forstmann als er zu werden verspräche. Für den Fall, daß der Herzog seiner Bitte nicht entsprechen sollte, war er bereit, sein Gut zu verkaufen und sich wieder ganz dem Forstwesen zu widmen.

Wie sehr ihm daran lag, sich trotz seines Wunsches, sein Dienstverhältnis aufzulösen, die Gunst seines Fürsten nicht zu verscherzen, geht aus den nachfolgenden Sätzen des oben erwähnten Briefes hervor:

"...wage es daher nochmal, Euer Herzogl. Durchlauch submissest zu bitten, mir die so oft versicherte und mir so schmeichelhafte Versicherung, daß Höchstdieselben mein Glück machen wollen, an meinen Bruder die mir gnädigst verliehene Anwartschaft zu übertragen.” .... "Alsdann sage ich und kann es mit überzeugendem Herzen sagen, daß Euer Herzogl. Durchlaucht aus mir den glücklichsten Untertan gemacht haben ....”

Am 28.7.1795 entsprach der Herzog seiner Bitte, und damit schied Friedrich endgültig aus dem Forstdienst aus. Die Anwartschaft auf Grittel erhielt sein Bruder.

Aber auch Jacob, der sich, wie wir wissen, schon seit einigen Jahren in Vogelsang mit den Aufgaben eines Landwirts vertraut machte, zog den grünen Rock nicht wieder an. Er folgte Friedrich nach Zierzow, dessen Pächter er wurde, als dieser Kolbow übernahm.

1796 - 1798 Pächter von Hof Zierzow

Friedrich behielt Vogelsang wahrscheinlich bis zum Frühjahr 1796. Da er in späteren Jahren als tüchtiger Landwirt bekannt war, hat er hier sicher die Zeit dazu benutzt, sich gemeinsam mit seinem Bruder alle für die Landwirtschaft erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen.

Am 19.7.1796 pachtete er dann das im Amt Grabow gelegene 267 ha große Gut Hof Zierzow, dessen bisheriger Pächter der Kammerherr von Grävenitz gewesen war.

Hier in Zierzow wurde am 10.4.1797 sein Sohn Friedrich geboren.

Als sich im September 1798 dann die Gelegenheit bot, das benachbarte Kolbow zu übernehmen, gab Friedrich Hof Zierzow an Jacob ab, der ihm, wie in Vogelsang, auch hier zur Seite gestanden hatte, und der jetzt mit Maria Elisabeth Sellschopp die Ehe eingehen wollte.

Am 26.9.1798 schrieb Friedrich an den Herzog:

"Wenn ich am heutigen Tage meinem Bruder Johann Jacob Neckel, welcher schon seit 6 Jahren die Wirtschaft bei mir betrieben, zu seinem ferneren Fortkommen die Pachtung des Hofes Zierzow, Kreis Grabow, abgetreten habe ..."

Kolbow war 1790 auf 24 Jahre an den Amtshauptmann Lenthe in Grabow verpachtet worden. Dieser zedierte 1798 die Pachtung an Friedrich, der also in den noch bis 1814 laufenden Pachtkontrakt eintrat.

Über Kolbow fanden sich in den Akten des Staatsarchivs Schwerin folgende Angaben:

Größe des Gutes 610 ha

Pachtsumme 2345 Rthlr (ab 1824 auf 1565 Rthlr reduziert)

Acker von schlechter und sandiger Beschaffenheit Wiesen bedürfen großer Verbesserung.

Trotz der schlechten Bodenverhältnisse und der hohen Pacht, die er noch zu zahlen hatte, konnte sich Friedrich, wie wir sehen werden, in Kolbow gut behaupten.

Der ihm "angeerbte Hang zum Jagdwesen" machte sich jedoch auch jetzt noch bemerkbar. Gar zu gern hätte er die Jagd auf dem Kolbower Feld gepachtet. In seinem am 1.10.1800 an den Herzog gerichteten Brief lesen wir:

"So gern ich die mir angebohrene Neigung zur Jagd unterdrückte, so sehe ich doch, daß sie mir zwischendurch Vergnügen und Erholung von Geschäften verschaffen würde ..."

Der Herzog schlug ihm jedoch seine Bitte mit einem am 16.10. 1800 in Friedrichsthal gefertigten Schreiben ab.

In Kolbow wurde am 22.11.1802 Friedrichs jüngster Sohn Karl geboren.


Friedrich und Maria Juliana hatten also 4 Kinder, die jetzt nachstehend, unter Angabe ihrer Paten, noch einmal der Reihe nach aufgeführt werden sollen:

1. August Johann Friedrich Jaoob, geb. Warin 17.5.1793

Paten:

Herr Oberamtmann Joachim Bernhard August von Suckow

Herr Joh. Christian Bartels, Pens. zu Barnerstück

Herr Oberförster Friedrich Christopher Weidemann, Mankmoos

Herr Pensionär Jac. Bernhard Brackenwagen zu Glambeck b.Warin

2. Maria Louisa Elisabeth, geb. Vogelsang 29.1.1795

Paten:

Ludwig Reder

Maria Reder

Elisabeth Peters

3. Johann Friedrich Hartwig, geb. Hof Zierzow 10.4.1797

Paten:

H. Oberförster Johann Caspar Lohse

Pensionär zu Balow Friedrich Hinz

Pensionär zu Granzin Burghart Hartwig Hinz -

in deren Abwesenheit stand Herr Jacob Neckel zu Zierzow

4. Carl Christian Johann, geb. Colbow 22.11.1802

Paten:

H. Hofrat Wittstock aus Ludwigslust

H. Oberförster Lohse aus Muchow

H. Verwalter Neckel aus Zierzow

Zu den Paten ist folgendes zu sagen:

Zu 1) Joachim August Bernhard von Suckow war Drost in Warin. Als Kreispolizeimeister hatte er sich um die Organisation der Gendarmerie und die Errichtung des Kriminal-Kollegiums sehr verdient gemacht. In Witte: "Kulturbilder aus Alt-Mecklenburg" lernen wir ihn als einen ebenso tüchtigen wie auch fortschrittlich eingestellten Beamten kennen, der sich auch für die Abschaffung der Leibeigenschaft mit eingesetzt hat.

Johann Christian Bartels, Pensionär zu Barnerstück, war sicher ein Verwandter von Friedrichs Frau, deren Mutter, wie wir wissen, eine geborene Bartels war. Ein Karl Christian Bartels, Pensionär zu Dütschow, und dessen Frau, Magdalene geborene Sellschopp, standen bei Jacobs Kindern Pate. Magdalene Bartels und Jacobs Frau waren Schwestern.

zu 2) "Ludwig Raeder aus Rostock" stand auch am 18.2.1801 bei Jacobs Sohn Wilhelm Pate. Es wäre nicht ausgeschlossen, daß wir in der Maria Reder, die doch wahrscheinlich die Frau des Ludwig war, Jacobs und Friedrichs einzige Schwester Maria Sophia Dorothea vor uns hätten, die am 17.5.1766 als Tochter des Hofjägers in Schwerin getauft wurde.

Man darf wohl annehmen, daß zu einer Zeit, da noch die Postkutsche das einzige Verkehrsmittel bildete, nur nahe Verwandte von Rostock nach Vogelsang und nach Hof Zierzow zur Taufe gefahren sein werden.

Elisabeth Peters ist uns nicht bekannt. Zu dieser Patin ist zu bemerken, daß bei dem jüngsten Sohn des Hofjägers am 19.8.1774 ein Johann Christian Peters Pate stand.

zu 3) Der Oberförster Johann Caspar Lohse ist uns um so besser bekannt. Ich machte über ihn bereits in Bd. 2 der Fam.Geschichte auf Seite 127 nähere Ausführungen. Er und seine   Frau standen ebenfalls bei Jacobs Kindern Pate.

zu 4) Dr. Christian Christoph Wittstock war Leibmedikus in Ludwigslust und mit einer Beate Dorothea Amtsberg, der Kammerfrau der Prinzessin Friedrich Ludwig, verheiratet. Diese war eine Schwester des Pastors August Theophilus Amtsberg, der 1795 geadelt wurde und zu dessen Nachkommen auch   Klaus   von   Amsberg gehört, der mit der Kronprinzessin   der Niederlande,   Beatrix, verheiratet ist.

Zur Zeit der französischen Invasion 1805 – 1809

Als 1939 die Stammfolge Neckel im Deutschen Geschlechterbuch veröffentlicht wurde, enthielt sie auf Seite 654 eine Fußnote nachstehenden Inhalts:

Fußn.38) in der Familienakte Neckel findet sich folgender Hinweis: Familie Neckel 1808: "Über die Tätigkeit des Pensionärs Neckel zu Kolbow zur Zeit der französischen Invasion vid: - Dom Neustadt. Verpachtung des Hofes Neustadt 1808 -1809 (3) actor fg." Leider konnte das betreffende Aktenstück nicht aufgefunden werden.

Im Jahre 1953 kamen dann diese lange gesuchten Urkunden doch zum Vorschein und in meine Hände.

Um den Inhalt der interessanten und aufschlußreichen Briefe verstehen zu können, ist nun die Kenntnis der politischen Ereignisse der damaligen Zeit erforderlich. Bereits in Band 2 der Fam. Geschichte vergegenwärtigten wir uns auf Seite 128 die sogenannte Franzosenzcit, die uns Mecklenburgern ja ohnehin durch Fritz Reuters Erzählung "Ut de Franzosentid" bekannt ist. Jetzt wollen wir unsbesonders vor Augen führen, daß der mecklenburgi-Herzog Friedrich Franz I. während der französischen Invasion in der Zeit vom 29.11.1806 bis 11.7.1807 sein Land verlassen mußte.

Wie uns bereits bekannt ist, lief der Kolbower Pachtkontrakt im Jahre 1814 ab. Obwohl die Prolongation der Pachtkontrakte nicht üblich war, wandte Friedrich sich am 15.1.1805 direkt an den Herzog und bat um die Verlängerung seines Vertrages um weitere 28 Jahre. Er erklärte sich bereit, als Gegenleistung ein neues Pächterhaus und einen Katen auf seine Kosten bauen zu lassen sowie ein Torfmoor an die Forstverwaltung abzutreten. Der Herzog schrieb ihm, daß der Kontrakt ja erst im Jahre 1814 zu Ende sei, mithin noch eine geraume Zeit dauere und stellte ihm frei, sich an die Kammer zu wenden.

Auch wir wundern uns, daß Friedrich es so eilig mit der Prolongation seines Vertrages hatte. Den Grund hierfür können wir wohl darin sehen, daß das alte Pächterhaus in Kolbow zu klein und überdies baufällig war und er es gern mit einem modernen Gutshaus vertauscht hätte. Die hohen Aufwendungen für einen solchen Bau wären für ihn natürlich nur dann sinnvoll gewesen, wenn er die Sicherheit gehabt hätte, daß nach Ablauf des alten Kontrakts nicht ein anderer Pächter in das neue von ihm erbaute Haus ziehen würde.

Zunächst mußte Friedrich seine Pläne jedoch infolge der politischen Ereignisse aufschieben, und er hat sie vorübergehend vielleicht sogar ganz und gar aufgegeben, als sich für ihn, wie aus dem Nachfolgenden hervorgeht, schon während der französischen Besatzungszeit eine Möglichkeit bot, Plüschow zu pachten.

Im Jahre 1807, als der Herzog in sein Land zurückgekehrt war, legte er dann der Kammer zwei neue Anträge auf Prolongation vor.

Am 4.1.1808 unterstützte ihn diese und reichte eine ausführliche Stellungnahme in dieser Angelegenheit beim Herzog ein. In ihrem Bericht heißt es:

"Diese Propositionen erhalten noch mehreres Gewicht dadurch, daß der Neckel bekanntlich ein guter Wirth, ein vermögender und ruhiger Pächter ist. In jetzigen Zeiten kann die Conservation eines solchen Mannes nicht gleichgültig sein, soferne übrigens das höchste Interesse dabey besteht."

Zu unserem Erstaunen antwortete Herzog Friedrich Franz am 8.1.1808 von Ludwigslust aus auf dieses Schreiben völlig ablehnend und wies die Kammer "zur durchaus abschlägigen Beantwortung" an. Er begründete seine Entscheidung damit, daß Friedrich zur Zeit des französischen Gouvernements alle Pächter des Amtes hätte aufwiegeln wollen, 24/M Reichstaler zusammenzubringen, um damit für alle Domanialhöfe des Amtes Neustadt Prolongation zu erhalten.

Friedrich blieb es trotz der offenbar beabsichtigten Geheimhaltung nicht verborgen, daß er bei dem Herzog als Kollaborateur, wie wir heute sagen würden, denunziert worden war. In einem ausführlichen Schriftsatz nahm er am 8.2.1808 Stellung zu den Beschuldigungen, die gegen ihn vorgebracht wurden, und bezeichnete sie als böswillige Verleumdungen.

Seines Wissens sollten es zwei "Verbrechen" sein, die ihm zur Last gelegt wurden.

Zunächst sollte er also im Winter 1807 versucht haben, bei den Pächtern des Domanialamts Neustadt 24000 Reichstaler zusammenzubringen, um mit diesem Geld die Prolongation ihrer Pachtkontrakte zu bewirken. Als Beweis für die Unrichtigkeit dieser Behauptung überreichte er die eidesstattlichen Erklärungen von drei bekannten und geachteten Pächtern des Domanialamts und zwar des Inhalts, daß die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen unwahr seien, da ihnen von dieser Angelegenheit nichts bekannt sei.

Weiter sollte er sich bei der französischen Intendanz darum bemüht haben, daß der Pachtvertrag für das Gut Plüschow an ihn zediert würde.

Friedrich erklärte zu dieser zweiten Beschuldigung, daß ein "gewisser Meier", dem die französische Intendanz Plüschow verpachtet hatte, ihm dieses Angebot zwar gemacht hätte, daß er jedoch nur zum Schein hierauf eingegangen sei, um das Gut für das herzogliche Haus zu erhalten. Er habe sofort den Oberjägermeister von der Lühe und den Kammerdirektor Brüning in Schwerin hiervon in Kenntnis gesetzt. Diese beiden herzoglichen Beamten hätten ihm geraten, die Verhandlungen mit Meier weiter zu führen, bis sie dem in Altona weilenden Herzog über diesen Vorgang Bericht erstattet hätten. Friedrich erwähnte noch, daß er sich aus diesen Grunde 14 Tage lang hätte in Schwerin aufhalten müssen, was ihm viel Zeit und Geld gekostet hätte.

Welcher Art der Eindruck war, den diese Verteidigungsschrift auf den Herzog machte, zeigt deutlich die umgehende Beantwortung des Briefes. Bereits am nächsten Tag, am 9.2.1808, forderte er Friedrich auf, ihm den Namen desjenigen zu nennen, der ihm seine Gesinnung verraten habe.

Doch das konnte oder wollte Friedrich nicht. Wahrscheinlich hätte er, wollte er dieser Aufforderung nachkommen, einen der mit ihm befreundeten herzoglichen Beamten nennen müssen. So entzog er sich dieser heiklen Angelegenheit, indem er zunächst vier Wochen verstreichen ließ, und dann am 7.3. folgendes schrieb:

"Das Stadtgespräch erzählte einem Gliede meiner Familie die höchst unangenehme Neuigkeit von meinem Verlust der herzoglichen Gnade und bestätigte sie auch mir, als ich zu einer näheren Erkundigung selbst nach Schwerin reiste. Ich habe es erzählen hören! - so sagten mir viele, den ersten Erzähler aber nannte mir keiner und so weiß ich denn auch in diesem Augenblick nicht, wer die höchste Gesinnung Ew. Herzogl. Durchlaucht wider mich hat ins Publicum bringen und mir dadurch die Achtung manches ehrlichen Mannes entziehen können, den Patriotismus verleitet, mich ungehört und unschuldig zu verdammen."

Aber auch jetzt ließ sich der Herzog durch Friedrichs Darstellungen nicht umstimmen, sondern bestand weiterhin auf Angabe des betr. Namens.

Da für das Jahr 1808 keine weiteren Schriftstücke in dieser Angelegenheit in Staatsarchiv Schwerin Vorlagen, hat es den Anschein, als ob Friedrich sich vorerst in Stillschweigen hüllte.

Die nächste und letzte Urkunde datiert dann vom 3.3.1809. An diesem Tage griff Friedrich eigenhändig zur Feder - am Schluß des Briefes findet sich der Vermerk: "entworfen von mir selber. F. Neckel".

Zunächst ging er noch einmal auf die Vorgänge in der Plüschower Angelegenheit ein und legte als Beweis für seine Aufrichtigkeit gegenüber dem herzoglichen Hause und für die Unrichtigkeit der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen die Zeugnisse zweier hoher Staatsbeamten bei, die versicherten, daß er sich nach ihrer Meinung bei seiner Handlungsweise, die Verpachtung von Plüschow betreffend, von keinem anderen Gedanken leiten ließ als dem, dieses Gut dem herzoglichen Hause zu erhalten. Seiner Hoffnung, jetzt vor den Herzog wieder rehabilitiert dastehen zu können, verleiht er mit folgenden Worten Ausdruck:

"geruhen Ew. Herzogl. Durchlaucht - die angelegten Zeugnisse .... von zwey Höchst Ihrer vorzüglichsten Staatsdiener darüber als sichere Beläge zu meiner Rechtfertigung - wenn Ew. Herzogl. Durchlaucht nicht ohnedem schon von meiner Unschuld überzeugt sein sollten - anzunehmen und wenden Höchst dieselben mir Ihre unschätzbare Gnade in dem Maße wieder zu, als ich sie vormals zu besitzen mir schmeycheln durfte."

Dann geht er zum Kernpunkt seines Anliegens über: die Verlängerung des Pachtkontrakts von Kolbow wieder, der mittlerweile in 5 Jahren zu Ende ging.

Am 19.4.1809 gab der Herzog Friedrichs Gesuch endlich zur Bearbeitung an das Kammer-Kollegium weiter, und so können wir wohl annehmen, daß er sich inzwischen von der Schuldlosigkeit seines Kolbower Pächters überzeugt hatte und willens war, ihm seine "unschätzbare Gnade" wieder zuzuwenden. Wie hätte er es sonst zulassen können, daß sein Sohn, der Erbprinz Ludwig, ihm schon im nächsten Jahr Testorf und ein Jahr später Plüschow verpachtete?!

Über die Verhandlungen im Kammer-Kollegium liegen leider keine Unterlagen vor. Aus dem Gang der Ereignisse können wir aber schließen, daß der Herzog einerseits an seinem Entschluß, Kolbow nicht über den Ablauf des Pachtkontrakts hinaus an Friedrich weiter zu verpachten, festhielt, ihm andererseits aber schon jetzt die baldige Übernahme einer neuen Pachtung in Vorschlag bringen ließ.

1810 Pächter von Testorf

So läßt es sich jedenfalls erklären, wenn Friedrich schon 1810, noch 4 Jahre vor der eigentlichen Frist, Kolbow an Pensionär Bade abtrat und das dem Erbprinzen gehörende Gut Testorf übernahm, nämlich von Trinitatis 1810 - Trinitatis 1826.

Am 1.6.1810 erhielt er einen Paß, mit dem alle Chausseegeldeinnehmer angewiesen wurden,

"das Mobiliar, Vieh und Fahrnis nebst instrumentis rusticis des Pächters Neckel zu Colbow von dort nach Testorff bey Grevismühlen zoll- und accisefrey passieren zu lassen".

Während Zierzow und Kolbow im südlichen Teil Mecklenburgs in der Nähe von Grabow lagen, waren Testorf und Plüschow Güter der "Vogtei Plüschow", zu der außer diesen beiden noch Barendorf, Boienhagen, Friedrichshagen mit Oberhagen, dann Jamel und Meierstorf mit dem Sternkrug gehörten. Diese Vogtei hatte der Erbprinz Friedrich Ludwig im Jahre 1802 von dem Kammerherrn Philipp Baron von Stenglin erworben. Sie lag im Norden Mecklenburgs in der Nähe von Grevesmühlen. Der Erbprinz pflegte alljährlich nach dem üblichen Doberaner Aufenthalt einige Wochen auf seinem Schloß in Plüschow zu verbringen.

Obwohl Testorf im Vergleich zu dem 610 ha. großen Kolbow nur 433 ha. groß war, belief sich die Höhe seiner Pacht auf fast das Doppelte, nämlich auf 4700 Reichstaler. Man kann wohl annehmen, daß die besseren Bodenverhältnisse in diesem Teil Mecklenburgs die Ursache dafür waren.

Ob Friedrich im Juni 1810, zu der Zeit also, da er sich "acciscfrey'' auf den Weg nach Testorf machte, tatsächlich schon damit rechnete, daß er nur kurze Zeit hier bleiben würde, entzieht sich unserer Kenntnis. Er behielt die neu angetretene Pachtung jedenfalls nicht länger als ein Jahr, und so scheint Testorf für ihn schließlich nichts anderes bedeutet zu haben als das Sprungbrett nach Plüschow.

1811 - 1821 Pächter von Plüschow

Bereits im Jahre 1811 unterschrieb Friedrich also den Plüschower Pachtvertrag, der, wie der Testorfer, eine Laufzeit von 16 Jahren hatte - von Trinitatis 1811 - 1827 - und sich auf Plüschow mit der Wassermühle, auf die Windmühle in Hungerstorf und die Schmiede in Friedrichshagen bezog.

Daß dieser Vertrag überhaupt Zustandekommen konnte, verdankte Friedrich nicht zuletzt dem Entgegenkommen seines Bruders. Jacob trat, nachdem er Hof Zierzow an den Pächter Martin Kossel abgegeben hatte, in den Testorfer Pachtkontrakt ein und zog mit seiner Familie und allem Hab und Gut gleichfalls in den Norden Mecklenburgs.

Aus den in Band 2 der Fam. Geschichte enthaltenen Urkunden ging hervor, daß die Plüschower Pacht mit 5200 Talern von dem Erbprinzen niedriger als beabsichtigt angesetzt worden war. Friedrich hatte dem Schreiben des Erbprinzen vom 11.4.1811 zufolge ausdrücklich erklärt, daß er die von ihm begehrte höhere Pacht nicht geben könne, da er für seinen Bruder einen Teil der Testorfer Pacht übernehmen müsse. Wenn er diesem Versprechen später nicht nachkam, so scheint er sich dennoch mit Jacob einig gewesen zu sein. Dieser setzte sich, wie aus den Urkunden hervorgeht, lieber mit aller Kraft für eine Herabsetzung der seiner Berechnung nach zu hoch angesetzten Testorfer Pacht ein, als daß er sich von Friedrich geldlich unterstützen ließ.

Die Brüder ahnten natürlich nicht, daß der Erbprinz sich zu dieser Zeit mit dem Gedanken trug, seine gesamten Güter zu verkaufen, wie aus seinem eigenen Tagebuch ersichtlich ist. Am 7.7. 1811 machte er folgende Eintragung:

"Ich habe einige Hoffnung, meine Güter an einen reichen Hamburger zu verkaufen. Wie wollte ich dem Himmel danken, wenn es zu Stande käme.” Der Verkauf kam jedoch nicht zustande.

Hier in Plüschow und Testorf erlebten Friedrich und Jacob mit ihren Familien nun die Jahre der Befreiungskriege. In den Plüschower Akten im jetzigen Staatsarchiv Schwerin liegen die Spendenlisten, die uns Aufschluß geben über

"die freywilligen Beyträge zur Unterstützung und Bewaffnung der fürs Vaterland ins Feld ziehenden Krieger, gesammelt im April 1813 aus den Erbprinzlich Plüschower Güters".

Weitere Akten beinhalten

1. Kriegsschäden in den Plüschower Gütern 1806

2. Register der außerordentlichen Kontribution

3. Rekrutierung, Contribution, Einquartierung.

Zur Zeit der Übersiedlung nach Plüschow war Friedrichs Tochter, Louise, schon 17 Jahre alt. Sie trat als erstes seiner Kinder in den Ehestand. An 26.3.1813 verheiratete sie sich in Plüschow mit dem Pächter zu Groß Medewege, Peter Gaettens, der aus einer alten Schifferfamilie stammte und am 30.1.1791 in Lübeck geboren war.

Peter und Louise Gaettens wurden die Stammeltern des mecklenburgischen Zweiges der Familie Gaettens, zu dem, wie aus der im Anhang enthaltenen Nachkommentafel ersichtlich ist, nicht wenige angesehene Mecklenburger zählen.

Johann Peter Gaettens starb am 17.1.1846 im Alter von 55 Jahren in Groß Medewege (Schlagfluß) und wurde am 21.1. in Kirch-Stück beigesetzt. Louise zog nach dem Tode ihres Mannes nach Schwerin zu ihrem Sohn Heinrich, der hier Oberstabsarzt war und in der Münzstraße wohnte. Louise starb am 19.2.1856, 61 Jahre alt, und fand am 22.2. ihre letzte Ruhestätte an der Seite ihres Mannes in der Kapelle auf dem Friedhof in Kirch-Stück.

Johann Peter Gaettens war vielen Mecklenburgern als tüchtiger Landwirt bekannt. Selbst Fritz Reuter mußte von ihm gehört haben, er schrieb von Jabel aus an seinen Vater, daß er bei Gaettens, Groß-Medewege, angefragt habe, ob er bei ihm die Landwirtschaft erlernen könnte. Zusammen mit Friedrich J.C.Pogge-Zierstorf gründete Peter Gaettens auch den Patriotischen Verein.

Am 9.2.1816 bemühte Friedrich sich für seinen Sohn Friedrich um eine Lehrstelle als Rentschreiber. In seinem Schreiben an den Hofmarschall spricht er von drückenden Zeiten, die ihn veranlaßten, eine Stellung für seinen 19-jährigen Sohn zu suchen, damit dieser sich sein Brot selbst verdienen könne.

Wir wissen, daß Friedrich Neckel jun. später herzoglicher Kammerkopiist bzw. Kammerkanzellist war. Er dürfte also die von seinem Vater beantragte Lehrstelle auch erhalten haben.

Am 20.10.1820 fand in Dambeck die Hochzeit des ältesten Sohnes Johann (Hans) mit Lisette Ehlers statt, deren Vater zu dieser Zeit Pächter zu Dambeck war. Hans hatte 1820 Möderitz gepachtet. Später war er Pächter zu Santow und seit 1851 Pächter zu Herrensteinfeld.

Kaum ein Jahr nach der Hochzeit seines Sohnes, am 19.9.1821, starb Friedrich in Plüschow im Alter von 51 Jahren.

Auch seiner Frau, Maria Juliana, war es nicht vergönnt, ein höheres Alter zu erreichen. Sie starb am 13.2.1822, 5 Monate nach dem Tode ihres Mannes. Das Kirchenbuch in Friedrichshagen gibt für beide Wassersucht als Todesursache an.

Friedrich und Juliana wurden auf dem Kirchhof in Friedrichshagen am 23.9.1821 bzw. am 16.2.1822 beerdigt, doch sind ihre Gräber nicht mehr erhalten. Anläßlich ihrer Beerdigung wurden die Kirchenglocken an 4 bzw. 6 Tagen geläutet.

Friedrichs jüngster Sohn Karl wurde ebenfalls Landwirt. Als sein Bruder Hans Pächter zu Santow war, finden wir Karl bei ihm als "Ökonom“. Später war er bei seinem Schwager Gaettens in Groß Medewege landwirtschaftlicher Inspektor. 1834 pachtete er dann das Gut Groß Belitz.

Nach Friedrichs Tod gaben seine Erben Johannis 1824 den Pachtvertrag über Plüschow zurück. Der Hof Plüschow, die Mühle zu Hungerstorf und die Schmiede zu Friedrichshagen wurden darauf einzeln weiterverpachtet, und zwar der Hof Plüschow an die "Erben des wailand Pensionärs Neckel" von Johannis 1824 bis 1844. Aber bereits Johannis 1828 wurde dieser Vertrag an den Pensionär Johann Peter Gaettens in Groß Medewege zediert.

In dem Auseinandersetzungsvertrag vom 8.12.1827 werden Friedrichs Erben, wie folgt, angegeben:

1. Pensionär Hans Neckel zu Santow

2. Kammerkopiist Friedrich Neckel zu Schwerin

3. Frau Pensionärin Luise Gaettens geb. Neckel zu Groß Modewege

4. Ökonom Carl Neckel zu Santow.

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Neuerungen:   

  1. Ergänzung des Stammbaumes - 20.01.2016
  2. Ergänzung Dieter Neckel - 08.07.2015
  3. Einfügung der Ehefrauen in den Stammbaum - 28.03.15
  4. Menuunterpunkte vollständig erneuert - 23.03.15

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